Whoop whoop! Ankunft im Sunshine State! Bedacht haben wir dabei aber wohl leider nicht, dass wir mitten in der Hurricane und Regen Saison angereist sind. Dementsprechend begrüßt wurden wir durch ein fein abgestimmtes Grummel – und Donnerkonzert.
Das Hotel in Fort Lauderdale – knapp 50km nördlich von Miami gelegen, konnten wir nicht verfehlen. Die Blitze erleuchteten uns den Weg. Wir nisteten uns ein und machten uns abends auf die Suche nach etwas Essbarem. Fündig wurden wir in einer, wie wir erst drinnen bemerkten, Sportsbar. Verrückte Amerikaner! Noch nie haben wir so viele Fernseher auf einem Fleck gesehen.
Von den ersten Mücken angekostet fielen wir später erschöpft ins Bett.DSC02352
Da auch am darauffolgenden Tag das Wetter nicht wirklich vielversprechend aussah, entschieden wir uns zu einem Besuch in einem der zahlreichen Outlets. Bereits viel gerühmt und noch mehr empfohlen, stand für uns bereits früh fest, dass wir uns einmal selbst ein Bild über diese kleinen Mini-Welten machen mussten. Also warum nicht die Pflicht hinter sich bringen, wenn ein regnerischer Tag bevorsteht?
Wir gaben das Ziel ins Navi ein und waren nach einer halben Stunde bereits da. Wir kamen an einem Eingangstor vorbei, doch das Navi dirigierte uns noch eine gute Meile weiter geradeaus – vorbei an unzähligen weiteren Eingängen bis zum äußersten Ende. Wir hatten das Ziel erreicht und schon jetzt waren unsere Augen größer und unsere Münder weiter offen als es angenehm gewesen wäre. Ein Outlet… ich dachte an einen größeren Komplex im Wühltischstil. Dass es sich bei den Outlets hier um riesige Areale mit mehr als 350 Geschäften aller Marken handelt, bei denen man zum Beispiel Levishosen für 20$ erhält; damit hätte ich nicht gerechnet.
Wir besorgten uns als allererstes einen Plan und entschieden uns dann, wohl gestärkt, doch dafür einfach drauf los zu stürmen. Der Tag war ja noch recht jung! Wir gingen rein, wo wir reingehen wollten und sahen uns an, was wir ansehen wollten. Ganz entspannt.
Über uns tobte das Gewitter und von Zeit zu Zeit gingen nicht nur unsere Blicke argwöhnisch zur Decke, hinter dem ein deutliches Getöse zu vernehmen war.
Mit der Zeit wurde mir jedoch immer kälter. Irgendwie haben die Amerikaner die Angewohnheit, ihre Klimaanlagen auf das Maximum einzustellen. Ich hielt es in meinem kurzen Sachen aus, bis meine Lippen blau wurden und auch mein Gesicht langsam anfing sich zu verfärben – Patrick schaute mich bereits etwas entgeistert und sorgenvoll an. Aber nichts leichter als das! Wir gingen in den nächstbesten Laden und ich kaufte mir etwas Wärmeres.

Das Outlet begann sich langsam zu leeren und auch wir waren sehr müde, unser festgelegtes Budget ebenfalls erschöpft – 5 Stunden waren definitiv genug!
Ein Blick auf unseren Plan verriet uns, dass wir es nicht einmal bis zu der Hälfte geschafft hatten! Ich wiederhole: 5 Stunden – nicht einmal die Hälfte!

Freitags wollten wir nun endlich an den Strand. Bepackt traten wir aus dem Hotel und bekamen die ersten Tropfen ab. Wir ignorierten sie und fuhren gut gelaunt los. Schließlich warteten Sonne, Strand und Meer auf uns! Wir wollten dem schlechten Wetter einfach davonfahren. Leider sah das schlechte Wetter das aber anders und heftete sich an unsere Fersen.
Wir hielten an einem Lokal und setzten uns geschützt vom nun sehr heftig eintretenden Regen an einen Tisch in der Hoffnung, dass es sich nur um einen kurzen Schauer handelte. Nach einiger Zeit ließ der Regen auch ein wenig nach und wir fuhren weiter, auf der Suche nach einem wolkenfreien Himmel und vor allem trockenem Fleckchen Erde.
Auch nach etlichen Kilometern änderte sich an dem uns gebotenen Bild nichts und wir entschlossen uns schweren Herzens zurück zum Hotel zu fahren.DSC02353
Dort setzten wir uns trotz Regen in den wohlig warmen Whirlpool und plantschten dort ein wenig herum. Jetzt hatten wir wenigstens einen Überblick über Fort Lauderdale, welches durch die vielen kleinen Kanäle wirklich ein wenig an Venedig erinnert, und wussten somit, was die Umgebung zu bieten hat.DSC02345
Der nächste Tag war wieder voll verplant. Wir gönnten uns ein Frühstück im Hotel und machten uns auf dem Weg in den Norden Floridas – Ziel war Cape Canaveral, welches circa 3 Autostunden entfernt war. DSC02465

Das riesige Gelände der NASA hat seine Türen auch für Besucher geöffnet und für einen nicht gerade geringen Obolus kann man sich dann die Beweihräucherung der Amerikaner in Sachen Raumfahrttechnik in mehreren kleinen Ausstellungen, einem kleinen Theater und zwei Filmvorführungen ansehen. Definitiv sehenswert war eine original Apollorakete, eine Kommandozentrale, von der aus etliche Apollomissionen starteten und, mal wieder, die Bustour, die uns über das Areal führte.DSC02369DSC02425DSC02431DSC02460
Wir sahen originalgetreue Nachbauten der Raumschiffe und -kapsel und erfuhren dann ganz nebenbei, dass für den heutigen Tag ein Raketenstart angesetzt war! Aufgeregt begaben wir uns mit vielen anderen Schaulustigen zu den Tribünen, die uns mit sicherem Abstand den perfekten Blick auf den Start gewähren sollten. Nervös fieberten wir dem Ereignis entgegen. Auch der einsetzende Regen, welcher wieder einmal sehr gefräßige Mückenschwärme auf den Plan rief (nein, Patrick ist immer noch nicht leergesaugt), machte uns nicht viel aus. Denn wann hat man schon einmal die Möglichkeit einen Raketenstart live mitzuerleben?DSC02448
Wir blieben also tapfer sitzen. Ein wesentlich größeres Problem stellten jedoch meine Augen dar, denn ich konnte die Rakete mit bloßen Augen nicht lokalisieren.DSC02447gugztvgzuni Zum Glück hat unsere Kamera einen fantastischen Zoom und so konnte dann auch ich mir endlich ein Bild der Szenerie machen.DSC02441
Wir warteten und warteten und warteten… Eine Stunde verging, der Regen wurde langsam schwächer und wir warteten immer noch. Die Reihen lichteten sich ganz langsam und es verging eine weitere Stunde, als plötzlich eine Mitarbeiterin verlauten ließ, dass der Start aufgrund des Wetters abgebrochen sei. Dieses Erlebnis wäre wohl das Ereignis des Urlaubs gewesen, doch leider machte uns erneut das Wetter einen Strich durch die Rechnung. 😦
Am darauffolgenden Tag wurden wir dafür komplett entschädigt. Die Sonne lachte uns entgegen und keine Wolke ließ sich am strahlend blauen Himmel blicken.
Wir stiegen in unseren Jeep Patriot und führten ihn, gemäß seiner Bestimmung, in den Lions Park, knapp 13 Meilen von unserem Zuhause auf Zeit entfernt.DSC02344 Wir rollten über Stock und Stein und wurden neugierig von allerlei exotischem Getier beäugt. Nashörner, Zebras und Strauße kreuzten unsere Straße und zwangen uns das ein oder andere Mal zum Anhalten.DSC02570DSC02561DSC02531DSC02496DSC02518 Zwar nicht echt, aber doch schon sehr authentisch kann ich hiermit auch glücklich verkünden, dass ich – fernab der Weite Afrikas – meinen Punkt 26 „eine Safari machen“ abhaken kann 🙂 DSC02597

Hungrig wie die zuvor gesichteten Löwen begaben wir uns später am Abend in das „Maikai“ – ein süßes und sehr originelles karibikorientiertes Restaurant. Interessante Deckenbeleuchtungen, Naturmöbel und ausgefallene Dekorationen zogen uns in ihren Bann. Es war sehr gut besucht und daher waren wir froh, dass wir reserviert hatten.DSC02622DSC02612
Das stark gedämmte Licht machte es schwer, die Speisekarte zu entziffern, also bestellten wir mehr oder weniger auf gut Glück und es war der absolute Wahnsinn! Ich wage sogar zu behaupten, dass dieses Essen das beste Essen im gesamten Urlaub war (okay, so schwer bei den ganzen fettigen Fastfoodgeschichten ist das vielleicht gar nicht), aber es war wirklich wirklich lecker.DSC02620 Die Teller waren leer, was mich widerum direkt aufs Klo verbannte (welches im Übrigen ebenfalls ein totales Highlight war!). Trotzdem war der Besuch es definitiv wert! 🙂
Unterhalten wurden wir während des Essens von einer Band und Hulatänzern. Glücklich fielen wir abends ins Bett. Nicht ganz so glücklich machten uns jedoch die vielen Mückenstiche – doch mehr dazu später…Maikai

 

Auch unser letzter Tag in Fort Lauderdale sah sehr vielversprechend aus. Endlich schnappten wir uns unsere Badesachen und machten uns auf die Suche nach dem Strand. Wir mussten ein kleines Stück fahren, wurden aber durch glasklares Wasser und einen weißen Sandstrand direkt belohnt. Wir kauften uns ein paar Knabbereien und einen völlig überteuerten Sonnenschirm und machten uns zwischen Einheimischen und etlichen Touristen breit.DSC02631
Wir ließen uns brutzeln, kühlten uns ab, gingen auf Muschelsuche und beobachteten Menschen. Entspannung pur – Urlaub eben! Endlich.DSC02624
Nachmittags holten wir uns auf dem Heimweg eine Pizza. Sie war als „small“ tituliert, stellte sich aber als absolute Monsterpizza heraus. Während des Deutschlandspiels ließen wir uns das ungesunde Ding schmecken.IMG-20140623-WA0008
Nach einer Verdauungspause machten wir uns mal wieder auf den Weg zu einem Waschsalon. Das Navi führte uns in eine wohl weniger von Touristen besuchte Gegend. Der Waschsalon schien Dreh- und Angelpunkt dieses Viertels zu sein, denn hier tummelte sich alles, was aber irgendwo auch kein Wunder war bei etlichen Spielautomaten, Fernsehern, PC’s, einem Billard- und Kickertisch. Wir stopften unsere Wäsche in die Waschmaschinen und spielten ganz oldschoolmäßig Karten.
Mit der frisch duftenden Wäsche kamen wir zurück zum Hotel. Zum Glück breiteten wir sie nicht direkt auf dem Bett aus, denn was wir da sahen, schockierte uns zutiefst.
Wir wurden ja bereits länger von den juckenden Stichen auf unserer Haut geplagt. In der letzten Nacht jedoch, wurden wir anders, intensiver und häufiger gestochen als sonst. Nun stellte sich heraus, dass es sich nicht, wie zuvor angenommen, um Mückenstiche handelte, sondern um Flohbisse. Munter sahen wir zwei Exemplare auf unserem Bett herumspringen. Wir schlugen direkt Alarm und bekamen auch unverzüglich ein anderes Zimmer für unsere letzte Nacht.

Es war bereits 1 Uhr nachts, als wir auch das letzte Gepäckstück in das neue Zimmer geschafft hatten. Unser erster Weg führte direkt ins Bad. Die „kontaminierten“ Kleidungsstücke landeten auf sofortigem Wege in doppelte Plastiktüten, fest verschlossen. Wir duschten uns drei Mal in der Hoffnung, nun flohfrei zu sein. Danach inspizierten wir die Betten (ja, uns stand eine voneinander getrennte Nacht bevor). Bei unserer Inspektion fielen uns die vielen Flecken auf meinem Bett auf. Zu Beginn wollten wir nicht pienzig sein, aber als auf allen vier Decken und dem Bettlaken Flecken waren, hatten wir genug – schließlich bezahlten wir dafür! 😉
Wir verlangten erneut ein anderes Zimmer. Der zuständige Mitarbeiter schaute sich die Flecken erst nach Aufforderung an und lief dann ganz unbeeindruckt an unseren Koffern vorbei. Hilfe wäre etwas Schönes gewesen! Wieder umziehen, wieder Betten inspizieren, endlich schlafen.

Kein Wunder, dass ich am nächsten Morgen mit Migräne aufwachte. Zu allem Überfluss hatten wir an diesem Morgen auch noch eine 4-stündige Autofahrt nach Key West, unserer nächsten Station, vor uns. Hilft ja alles nichts, Augen zu und durch! Nicht nur für mich war diese Fahr schwer. Auch für Patrick, der nun 4x Stunden lang Musik ein, Musik aus, Klimaanlage an, Klimaanlage aus, Würge- oder Schlafgeräusche ertragen musste.

Von der atemberaubenden Natur, den vielen unterschiedlichen Inseln und dem unfassbar türkisenem Wasser bekam ich wenig mit und sollte somit erst in den nächsten Tagen die tollen Keys kennenlernen…DSC02809